Mensch vs. künstliche Intelligenz 


Seit einiger Zeit stelle ich mir die Frage: „Was passiert, wenn KI besser wird? Habe ich dann überhaupt noch einen Job?“ Der akute Kampf Mensch vs. künstliche Intelligenz ist mittlerweile Alltag.

Das beunruhigt mich schon und ich frage mich, ob ich mit einem zweiten Standbein nicht vielleicht sogar bereits jetzt anfangen sollte. Denn es gibt immer mehr KI-Tools und diese werden immer besser. 

Erst vorhin habe ich für ein Projekt nach einem Bild von einem Okapi gesucht. Ich habe dafür Adobe Stock benutzt und mich erstmal durch einen Dschungel von KI-Bildern wälzen müssen. Ich möchte aber keine KI-Bilder nutzen, da ich der Meinung bin, dass man das immer erkennt und ich persönlich kann keine KI-Bilder mehr sehen. Mir gefällt der Stil nicht und ich finde, es wirkt fast immer „billig“. 

Zum Glück kann man dort einen Filter setzen „Generative KI ausschließen“. Ich suche nur noch Bilder auf diese Weise, da für mich Qualität eine große Rolle spielt. 


Aktuelles Beispiel: Wiesnplakat 2026

In den letzten Wochen ist mir die Diskussion um das Oktoberfest-Plakat 2026 natürlich nicht entgangen. Es wurde in einem Wettbewerb ausgewählt, in dem Illustratoren und Designer ihre Werke abgeben konnten. Die Wahl fiel am Ende auf eines, bei dem offensichtlich KI eingesetzt wurde, obwohl das ausdrücklich verboten war.

Mich hat das nachdenklich gemacht. Nicht, weil ich KI schlecht finden würde. Sondern weil ich mich frage, wie viel „echte Arbeit“ überhaupt noch wert ist. Viele sehr gute Plakate wurden eingereicht von Menschen, die sich Stunden über Stunden drangesetzt, ihre Ideen, ihren Stil und ihre Emotionen eingebracht haben. Mit Stift und Papier oder digital am Computer in Designprogrammen. Da wirkt es schon etwas – mangels eines besseren Wortes – „respektlos“ ein Plakat gewinnen zu lassen, bei dem sich jemand vor die KI setzt und einfach ein Plakat promptet. 

Doch auch da stellt sich die Frage: Ist ein guter Prompt vielleicht auch schon Kunst?

Jeder kennt das. Man promptet etwas und KI spuckt irgendwas aus. Daraufhin schreibt man wieder „Nein so nicht, mach es mehr wie …“. Zumindest geht es mir oft so. Und das zieht sich dann oft ewig, bis ich das von mir gewünschte Ergebnis erreicht habe. Manchmal hätte ich es in der Zeit auch einfach selber machen können. 

Ist also gutes Prompten (was ja ein Mensch übernimmt, der offensichtlich eine bestimmte Vision hat) auch schon irgendwie Kunst? Er führt zwar nicht den Stift über das Papier, aber schafft er am Ende nicht auch etwas Künstlerisches? Oder anders gefragt: Wie viel KI ist in Ordnung und wo sollte man die Grenze ziehen? Das bleibt wohl jedem selbst überlassen.

Ich persönlich habe eine eigene Grenze. Unproblematisch sehe ich es, wenn Illustratoren oder Designer KI als Unterstützung nutzen. Zum Beispiel, um die eigene Zeichnung zu erweitern oder Flächen auszufüllen. Aber eben rein zur Unterstützung. Also so, dass die grobe Vorarbeit geleistet ist, man aber selbst nochmal Hand anlegen muss, um das Ganze zu finalisieren.

Beim Wiesnplakat ist dies leider nicht so umgesetzt worden. Meiner Meinung nach ein Schlag für jeden, der viele Stunden investiert hat, um echte Arbeit zu leisten. Vor allem aber auch deshalb, weil KI ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Wäre es erlaubt gewesen, dann hätte man von einer anderen Art Wettbewerb sprechen müssen.


Wie nutze ich künstliche Intelligenz in meinem Alltag?

Ich nutze KI regelmäßig. Auch hier beim Schreiben dieses Blogs hilft sie mir, meine Gedanken zu ordnen oder einen Satz umzubauen, wenn ich selbst gerade nicht weiterweiß. Doch ist mir das selber schreiben trotzdem sehr wichtig. Deshalb lasse ich mir von KI zwar zu einem Blog, den ich veröffentlichen möchte, meist eine Struktur und Textpassagen geben, schreibe diese aber meist komplett wieder um. Trotzdem ist es eine Unterstützung für mich, eine Ordnung und Anhaltspunkte zu haben. 

In der Bildbearbeitung ist KI für mich besonders praktisch. Dinge hinzufügen oder entfernen, Bilder generativ erweitern lassen, ohne alles mit dem Kopierstempel machen zu müssen, spart mir unglaublich viel Zeit. Früher konnte das Stunden dauern, und am Ende war ich trotzdem nicht immer ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Für mich ist KI also vor allem ein Werkzeug, das mir langwierige Arbeit abnimmt, damit ich mich mehr auf die eigentliche Idee konzentrieren kann.

Ein Beispiel: Für einen Kunden habe ich erst neulich ein eBook erstellt. Das Bild, das an einer bestimmten Stelle eingesetzt werden sollte, passte allerdings nicht zum Layout. Es hatte schlicht die falschen Maße. Mit KI konnte ich das Bild generativ erweitern, sodass es perfekt in den Rahmen passte. Auch das hat mich locker eine halbe Stunde Arbeit gekostet, bis es wirklich gut aussah. Doch immerhin keine 5 Stunden, die ich vermutlich gebraucht hätte, wenn ich das händisch hätte machen müssen – falls es mir überhaupt gelungen wäre.

Blog Mensch vs. künstliche Intelligenz Besipielbild Original
Originalbild
Blog Mensch vs. künstliche Intelligenz Beispielbild Generativ erweitert
Generativ erweitert

Vor allem der Fischgrät-Parkett hat das Unterfangen hier recht schwierig gemacht und wenn man genau hinsehen würde, kann man erkennen, dass es nicht ganz richtig ist. Doch für den Einsatzzweck reicht es vollkommen aus.


Ist Kunst noch Kunst, wenn wir sie mit KI machen?

Ich glaube, diese Frage wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Und irgendwann wird es einfach so sein, da es keine sichtbaren Unterschiede mehr geben wird.

Meine Antwort ist: Ja, Kunst kann auch mit KI Kunst sein. Aber ich finde, der Mensch sollte die Richtung bestimmen und sich selbst auch noch einbringen.

KI ist gut darin, Dinge schnell umzusetzen, Varianten vorzuschlagen oder technische Probleme zu lösen. Was sie nicht kann, ist fühlen. Warum muss etwas so und so sein. Dieses Bauchgefühl, wann etwas ehrlich, emotional oder stimmig wirkt, kommt für mich immer noch vom Menschen.


Mein Fazit

Ich glaube, wir können KI schon nutzen. Sie kann unsere Arbeit bereichern und einfacher machen und uns von nervigen, umständlichen Aufgaben befreien.

Aber ich persönlich möchte nicht, dass alles von KI übernommen wird. Das Menschliche und die echte Arbeit sollten weiterhin geschätzt und behütet werden.

Beim Wiesnplakat hätte ich kein Problem damit gehabt, wenn KI als Helfer benutzt worden wäre, um eine eigene Illustration zu unterstützen. Nicht in Ordnung finde ich es, wenn man einfach einen Prompt eingibt und das Ergebnis ohne eigene kreative Handschrift stehen lässt. Und damit auch noch durchkommt.

KI kann uns helfen. Aber sie sollte nicht das ersetzen, was kreative Arbeit besonders macht.

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